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10 Jahre Mentoring – Ein Gespräch mit Sebastian Hoffmann
10.08.2017

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Mentoring-Referent Sebastian Hoffmann hat gerade das 1.000ste Mentoring-Paar zusammengebracht und erzählt, was sich in 10 Jahren Mentoring so alles getan hat.

Das Mentoring-Programm ist eine der großen Stärken von ABSOLVENTUM. Mit über 500 Mentorinnen und Mentoren, die sich im Mentoring-Pool befinden, und zurzeit ca. 200 aktiven Mentoring-Partnerschaften, ist es ein überregional herausragendes Erfolgsmodell!

„Das Beste daran ist, dass ich mit so vielen interessanten Menschen in Kontakt komme“, sagt Sebastian Hoffmann, wenn man ihn nach seinem Job fragt. Der gebürtige Wittenberger, wuchs in Leipzig auf und kam 2008 zum Geschichtsstudium nach Mannheim. ABSOLVENTUM-Mitglied wurde er ganz klassisch an seiner Absolventenfeier und dann wurde die Stelle als Mentoring-Referent frei: „Es war wie das mit einem Netzwerk nun mal so ist; man wünscht sich, dass es da ist, wenn man es braucht. Viele Studierende merken das zu spät und müssen dann bei Null anfangen.“ Für ihn ist das Mentoring-Programm das „Netzwerk im Netzwerk“, weil man dort den engsten Kontakt zu den über 7.200 Mitgliedern hat. Das weiß Hoffmann auch für den gesamten Verein zu nutzen: Über den regen Austausch mit vielen Mentoren hat er in den letzten Jahren viele wertvolle Unternehmenskontakte hergestellt, die er gerne für Unternehmensbesuche mit ABSOLVENTUM-Mitgliedern aktiviert.

Als er vor fünf Jahren die Programmkoordination übernahm, veränderte er es grundlegend: „Meine Vorgänger hatten mit den Mentorinnen und Mentoren sowie Mentees nur E-Mail-Kontakt.“ Als passionierter Turniertänzer ist Hoffmann es gewohnt mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen und offen auf sie zuzugehen: „Es kam mir kompliziert und ziemlich komisch vor Menschen zusammenzubringen, die man nie kennen gelernt hat. Also begann ich damit die Mentees zu mir einzuladen, um einen besseren Eindruck von ihnen zu bekommen. Das hilft dann später auch den Mentoren weiter, wenn ich berichten kann: Der ist etwas schüchtern und braucht etwas mehr Betreuung, oder: Der ist straight, der braucht nur ein paar klare Ansagen.“

Ungefähr 20 Prozent der Mentoring-Paare bauen eine sehr intensive Verbindung auf und bleiben noch lange nach dem einjährigen Mentoring in Kontakt. In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für Studierende allerdings stark verändert und als Ergebnis schöpfen viele Mentoring-Partnerschaften ihr Potenzial nicht aus: „Es kommt relativ häufig vor, dass Mentoren mehr machen würden, wenn die Mentees mehr Zeit hätten. Das ist sicherlich der größte Wandel der letzten Jahre.“ Ein Grund könnte nach Sebastian Hoffmanns Ansicht der hohe Druck durch das Studiensystem sein: „Jede Note zählt, man muss mehrere Praktika machen und der Lebenslauf sollte lückenlos sein, sogar Semesterferien werden effizient gestaltet. Aber auch die Planungshorizonte werden durch Auslandssemester und kürzere Studiendauer geringer.“

Sebastian Hoffmann hat viele Paare in ihrer Zusammenarbeit begleitet. „Ich bringe Menschen zusammen, bin aber keine Partner-Vermittlung“, sagt er schmunzelnd. Dabei kann das Mentoring sehr unterschiedlich ablaufen: „Es gab schon ein Paar, dass sich fast nie gesehen hat, aber aufgrund regelmäßiger Mails eine ganz intensive Partnerschaft hatten. Dann gibt es wieder andere, die haben eine strikte Agenda: Sie arbeiten an Softskills, üben Bewerbungsgespräche, checken den Lebenslauf und nehmen ihren Mentee mit auf Veranstaltungen wie Fortbildungen, Kongresse oder auch mal zu einem Businesslunch. Sie führen ihren Mentee quasi in ihr eigenes Berufsnetzwerk ein, was für den Mentee sehr wertvoll sein kann.“ Zwischen 20 und 25 Prozent der Mentees machen ein Praktikum bei ihrem Mentor, schätzt Hoffmann.

Über 10 Jahre Mentoring hat auch interessante Statistiken hinterlassen: Mit 53 Prozent gibt es leicht mehr weibliche Mentees als männliche. 52 Prozent der weiblichen Mentees wünschen sich einen Mann als Mentor. Und die männlichen Mentees bevorzugen mit 85 Prozent ganz klar auch männliche Mentoren.

Wenn man Sebastian Hoffmann fragt, was sich außerdem in den letzten Jahren verändert hat, kommt man auf das Thema Digitalisierung zu sprechen: „Ein Tipp von mir: Einfach mal den Hörer in die Hand nehmen. Mentees neigen dazu, sehr viele Mails zu schreiben, aber am Telefon kann man vieles einfach besser besprechen und effektiver klären. Hin und wieder kommt es auch vor, dass sich Mentees bei mir melden, weil sie ihren Mentor nicht erreichen und ich erreiche ihn meistens ganz schnell telefonisch.“

Hoffmann hat jede Menge Geschichten über das Mentoring auf Lager, aber besonders das Thema Wertschätzung spricht er im Gespräch immer wieder an: „Hin und wieder würde man sich auch freuen, wenn Mentees die hinter dem Programm stehende Arbeit und die Zeit der Mentorinnen und Mentoren mehr wertschätzen würden. Beispielsweise mit einer fortgesetzten Mitgliedschaft, um auch den zukünftigen Studierenden ein vergleichbar herausragendes Mentoring-Angebot zu ermöglichen.“

„Fünf Jahre Mentoring-Programm waren auch für mich persönlich spannend, denn durch die Augen meiner Mentees konnte ich die Welt etwas besser kennenlernen.“ Das hat ihn fortwährend inspiriert und dazu angespornt neue Ideen umzusetzen und Innovationen anzustoßen. Dank ihm ist das Mentoring-Programm ständig in Bewegung: Ganz neu sind die Skype-Gespräche rund um den Globus, bei denen jedes Mitglied herzlich willkommen ist sich mit anderen auszutauschen. Darüber hinaus läuft gerade das Start-up-Mentoring frisch an: Mentoren eines etablierten Start-ups unterstützen interessierte Mentees oder Jungunternehmer bei Ihrer Geschäftsidee. Auch für die Zukunft hat er schon weitere Pläne, aber erstmal freut sich Sebastian Hoffmann auf das nächste große Mentoring Kick-off am 09.10.2017, bei welchem Mentoren und Mentees sich kennenlernen können.

Juliane Koch

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