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Alumni-Abend der Philosophischen Fakultät
03.11.2016

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Am 24. Oktober 2016 fanden sich bereits zum zweiten Mal AbsolventInnen der Philosophischen Fakultät zum gemeinsamen Gespräch ein, um über den eigenen Werdegang nach dem Abschluss des Studiums zu sprechen, derzeitigen Studierenden Mut zu machen und andere Ehemalige kennenzulernen. Auf dem Podium des von den Fachbereichsvertretungen SpLit und MKW in Zusammenarbeit mit ABSOLVENTUM MANNHEIM veranstalteten Abends fanden sich insgesamt sechs Alumni ein, die tiefe Einblicke in ihre persönliche Laufbahn gewährten: Jochen Breunig, Geschäftsführer der Sitewards GmbH in Frankfurt, Dr. Simone Burel, Gründerin der Linguistischen Unternehmensberatung LU, Helena Grabarevic, Management Consulting Analyst und mit einem Jahr im Berufsleben die jüngste der AbsolventInnen, Petra Blum, Autorin, Freelancerin und Führungskräftetrainerin, Dr. Markus Riefling, Erziehungswissenschaftler, sowie Prof. Dr. Thomas Wortmann, Juniorprofessor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und der einzige, der nicht in Mannheim studiert hat, gaben den Gästen neben persönlichen Anekdoten viele Tipps und sicherlich auch Mut mit auf den Weg.

Und Mut, den braucht man als GermanistIn, als AnglistIn, als GeisteswissenschaftlerIn eben. Ich habe diese Erfahrung als Geisteswissenschaftlerin selbst gemacht. Man beendet das Studium, ist stolz, will arbeiten, macht sich auf die Suche – und findet praktisch keine Stellenausschreibung, in der nicht gezielt irgendein wirt-schaftswissenschaftliches Studium verlangt ist. Das ist frustrierend, es entmutigt nach einer Weile und man kommt nicht umhin, an sich und seiner Studienwahl zu zweifeln. In diesem Moment tut es unheimlich gut zu hören, dass es allen anderen auch so geht oder ging.

Frau Burel erinnerte die Gäste erst einmal daran, dass die Geisteswissenschaften ganz fundamental sind für alle Bereiche, in denen Menschen zusammenkommen. Und Professor Wortmann ergänzte, dass sich kein Geisteswissenschaftler Sorgen um die eigene Qualifikation machen muss, denn als solcher könne man sich Dinge erschließen und analytisch an neue Aufgaben herangehen – eine Fähigkeit, die wir im Studium alle gelernt haben. Außerdem haben gerade die Geisteswissen-schaften den einen unschätzbaren Vorteil, dass sie so viel Einblick in andere Dis-ziplinen und Fachbereiche bieten. Daher plädierten beide darauf, sich des eigenen Studiums bewusst zu werden und stolz darauf zu sein, sich auf keinen Fall anderen Fachbereichen gegenüber als defizitär zu betrachten! „Wer Goethes Gedichte interpretieren kann, kann alles!", so Professor Wortmann.

Auch der Netzwerk-Gedanke wurde immer wieder erwähnt. Für uns GeisteswissenschaftlerInnen mag ein gutes Netzwerk nicht unbedingt von Anfang an relevant sein, dennoch empfahlen alle RednerInnen die Nutzung und Pflege eines solchen, wie zum Beispiel bei ABSOLVENTUM MANNHEIM. Und noch etwas bestärken alle PodiumsteilnehmerInnen im Verlauf des Gesprächs immer wieder: man darf sich nicht total verrückt machen (lassen), auch wenn das viel einfacher gesagt als getan ist. Sich früh über seine eigenen Vorstellungen klar werden, dazu auch gerne Praktika nutzen, aber nicht auf eine Sache verkrampfen, darin liege der Schlüssel zur Findung einer Richtung, einer Idee, was man machen möchte.
Bei Praktika sollte man aber dennoch aufpassen, dass man auch die Art von Stelle und Unternehmen wählt, in der man sich am wohlsten fühlt – wer sich äußeren Einflüssen hingibt oder sich für einen guten Eintrag im Lebenslauf verstellt, der wird zum einen sicherlich nicht glücklich, zum anderen wird einem fehlende Authentizität auch bei der Jobsuche eher zum Nachteil gereichen. Rückschläge sollte man, und da sind sie sich alle einig, nicht als Scheitern, sondern als weiteren Schritt zur Selbstfindung wahrnehmen; manchmal will gut Ding eben wirklich Weile haben.

So gaben am Ende der Gesprächsrunde alle ähnliche Tipps: dass man sich etwas sucht, für das man brennt, das einem Freude bereitet und das es einem erlaubt, au-thentisch zu bleiben. Wer sich nicht demotivieren lässt, der findet auch einen adä-quaten Job. Und so sollte man sich auch von einer längeren Bewerbungsphase, von der vor allem Frau Grabarevic berichtete, nicht abschrecken lassen.

Und wenn man, wie ich, eigentlich nur den Lebenslauf von Prof. Dr. Wortmann kannte (weil er mich im Staatsexamen geprüft hat) und sich allein aufgrund dessen Leistungen irgendwie wieder ein bisschen kleiner fühlt, dann aber hört, dass er sich die gleichen Sorgen gemacht hat, die man sich auch selbst macht ... dann geht man irgendwie sehr beruhigt und mit sehr viel mehr Mut nach Hause.

Das Interesse an diesen sehr persönlichen Einblicken sowie der fachlichen Expertise der RednerInnen war von Seiten der Studierenden so groß, dass der Hörsaal dementsprechend wieder sehr gut gefüllt war. Der rege Andrang war auch an die-sem Abend wieder ein Indiz für den Erfolg dieses Formates, das individuell auf die einzelnen Fakultäten zugeschnitten ist. Ein solcher Abend bietet den Studierenden die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre mit Ehemaligen aus ihrem jeweiligen Stu-dienfach ins Gespräch zu kommen und sich über mögliche Berufswege auszutau-schen.

Der nächste Alumni-Abend findet am 10. November für den Fachbereich Soziologie und Po-litikwissenschaft statt. Bei Rückfragen oder Anregungen steht Ihnen Sebastian Hoffmann in der ABSOLVENTUM-Geschäftsstelle telefonisch unter 0621/181-1478 und per E-Mail unter sebastian.hoffmann[at]absolventum.uni-mannheim.de gerne zur Verfügung.

Rebecca Brand


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