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Zu Besuch bei der Bundesanstalt für Wasserbau
22.05.2024

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Am 26. April 2024 war die Regionalgruppe Karlsruhe zu Gast bei der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). Dort bekamen die Mitglieder eine Einführung von Frau Stefanie Wassermann vom Bereich Wasserstraße und Umwelt in die verschiedenen Abteilungen der BAW. Es kam dabei zur Sprache, dass Deutschland das größte Wasserstraßennetz Westeuropas besitzt und unter anderem auch eine rege Schifffahrt auf den Wasserstraßen vorhanden ist, wobei hier mehr Güter als Personen befördert werden und die BAW mittlerweile international als führendes Insititut in der Forschung und Beratung tätig und gefragt ist.

Neben weiteren interessanten Aspekten kam Frau Wassermann dann auf ihr spezielles Gebiet zu sprechen, die Fischtreppen, die bei Wehren und anderen Stauanlagen angelegt werden, um den Wanderfischen einen Aufstieg zu ermöglichen. Dabei erfuhren die Gruppe bei der Besichtigung des Modells einer Fischtreppe in den großen Forschungshallen, dass die BAW die Fische, wenn sie „motiviert“ sind, d. h. wenn sie sowieso zum Laichen wandern, aus der natürlichen Umgebung herausfischt. Nach ein paar Tagen im Bassin, in denen es ihnen an nichts mangelt, liegen sein sollte, so dass die Fische sie auch spüren.

Die BAW forscht seit sieben oder acht Jahren an der Erhöhung des Wasserstandes um 20 Zentimeter den Jungferngrund des Mittelrheins unter der Berücksichtigung von Strömungsverhältnissen und Naturschutz. 20 cm bedeutet für Lastschiffe 400 Tonnen mehr Ladung an Bord nehmen zu können. Das Modell von diesem Abschnitt wurde aufgebaut, mit dem Untergrund des Rheins und den unterschiedlichen Sedimenten, samt der unter Naturschutz stehenden Kies- und Sandbank, um zu einer praktischen Anschauung zu kommen, wie sich die Sedimente und die Strömung bei der baulichen Veränderung von Buhnen verändern. Nur Buhnen können den Wasserspiegel langfristig anheben, ein Ausbaggern alleine würde nichts bringen. Im Zeitraffer am Bildschirm konnten die Gäste sehen, welche Auswirkungen die Buhnen auf den Rhein und die Schifffahrt haben werden, sofern das Projekt in ferner Zukunft so realisiert werden sollte.

Schließlich konnten die Mitglieder dann auch einen Schiffssimulator besichtigen, genau zu dem Zeitpunkt, als das Schiff in Richtung Deutsches Eck in Koblenz in die Mosel eingebogen ist. Dr.-Ing. Lahbib Zentair vom Bereich Wasserbau Binnenbereich/Schifffahrt erklärte, dass die BAW bei der Modellierung des Simulators insbesondere die physikalischen Themen berücksichtigt hat, d. h. die Auswirkungen des Schiffs und der Fahrt an den Ufern, wobei Binnenlastschiffe nur knapp 20 Kilometer pro Stunde fahren. Insbesondere auf die Landschaftsgestaltung wurde von den Binnenschiffern geachtet, da sich diese meistens anhand landschaftlicher Punkte oder Bauwerke orientieren, trotz der modernen Sonartechik und anderer nautischer Instrumente.

Im Anschluss an diesen sehr interessanten Abend klang die Veranstaltung bei einem Essen im Restaurant Sonnenbad in Daxlanden aus.


Text: Dominic Seeberg
Fotos: Waltraud Hirsch-Ruziczka, Harald Ruziczka



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