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Rückblick: Besuch der Geroldsauer Mühle in Baden-Baden
06.05.2022

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Am Samstag, den 23. April 2022, trafen sich einige Mitglieder der Regionalgruppe Karlsruhe bei der Geroldsauer Mühle in Baden-Baden zu einer Exklusivführung mit Herrn Weingärtner, dem Erbauer der Mühle.

Nach einem guten Mittagessen in der Mühle erläuterte Herr Weingärtner der Gruppe die Mühle, die, wie alle Schwarzwaldhäuser, in traditioneller Bauweise in Ost-West-Richtung aufgebaut wurde und sich nun bald autark mit regenerativem Strom versorgen kann. Sie ist das größte Weißtannengebäude Europas mit 12.500 Kubikmetern umbautem Raum. Um sich das besser vorstellen zu können: Wenn alle Balken, die in Zell am Harmersbach gesägt und dort bearbeitet wurden, hintereinander gelegt werden würden, käme eine knapp 13 Kilometer lange Strecke heraus. Die Weißtannen wurden alle von Herrn Weingärtner ab einer Höhenlage von über 800 Metern ausgesucht, da sie dort weniger große Jahresringe bilden und damit besser zu verarbeiten sind.

Auch alle Holzschindeln wurden aus Weißtanne hergestellt und sind unbehandelt; sie altern nun natürlich nach. Geschützt werden sie durch den konstruktiven Holzschutz, d. h. die stark überhängenden Dächer, wodurch Wind und Wetter dem Holz kaum etwas anhaben können. Wie jedes große Schwarzwaldhaus verfügt auch die Mühle über einen Glockenturm mit einer in Karlsruhe gegossenen Glocke. Neben den Zeilen eines Chorals zur Ehre Gottes, trägt sie auch den Namen des Vaters von Herrn Weingärtner. Mit ihrem Geläut bringt sie das Tal an seiner engsten Stelle zum Klingen.

Herr Weingärtner zeigte den Regionalgruppen-Mitgliedern weitere konstruktive Kniffe und unterschiedlichste zimmermannstechnischen Verbindungen im Dach. Schließlich führte er die Gruppe in die großen Eventsäle des Gebäudes im Obergeschoss, in dem große Gesellschaften mit über 150 Personen feiern können. Der Mühle zugeordnet ist ein kleiner Pensionsbetrieb mit Übernachtungsmöglichkeiten. Im Mühlenmarkt werden darüber hinaus die Produkte der Landwirte aus der Region um Baden-Baden verkauft.

Die Mühle war ein riesiges, alleiniges Projekt Herrn Weingärtners und seines Bruders, das von der Wirtschaftsförderung leider nicht unterstützt wurde. Immerhin legte die Stadt Baden-Baden keine Steine in den Weg, womit die Weingärtners ihre Idee realisieren konnten. Die Mühle wird gut angenommen, das Essen schmeckt und die Pension ist regelmäßig ausgebucht.

Alles in allem ist die Geroldsauer Mühle eine Besichtigung wert, insbesondere mit einer fachkundigen Führung.

Text: Dominic Seeberg, Ruth Ottenberg
Fotos: Waltraud und Harald Ruziczka

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