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Vortrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft nach Corona
14.07.2021

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Auf Einladung der Regionalgruppe Stuttgart trafen sich am 17. Juni 2021 über 100 Mitglieder digital, um den interessanten Vortrag zum Thema „Was wartet nach der Pandemie auf die Weltwirtschaft?“ zu verfolgen.

Zu Beginn begrüßte der Leiter der Regionalgruppe, Peter Lehmann, die Alumni und stellte den Referenten des Abends, Herrn Dr. Thomas Meißner, Leiter im Makro- und Strategy-Research der LBBW, vor.

In dem fundierten Vortrag thematisierte Herr Meißner die Punkte:
Entwicklung der Corona-Schutzimpfungen: Bis wann könnte eine Herdenimmunität erreicht sein? Prognosen zur Konjunkturentwicklung in Deutschland sowie in den Märkten Europa, USA und China und die Entwicklung der Zinsen, der Wechselkurse sowie der Aktienmärkt

Nach einem Blick auf die Inzidenzzahlen im internationalen Vergleich zeigte sich, dass die Impfquote in Deutschland (zumindest zum Zeitpunkt des Vortrags) steiler angestiegen ist als in anderen Ländern.
Die Wachstumszahlen in Deutschland werden sich nach einem kräftigen Wachstum in 2021/22 künftig wieder zurück entwickeln. Die weltweiten Spuren der Corona-Krise konnten anhand der Einkaufsmanagerindizes gut nachverfolgt werden. Seit 2021 sind diese in Europa und Nordamerika wieder „dunkelgrün“. Dabei ist das Wachstum in China deutlich höher als das der USA, seit 2017 ist die chinesische Wirtschaft größer als die der USA.

Die Zinsen in Europa sind per 6/21 gegenüber 12/20 angestiegen, die Rohstoffpreise haben sich deutlich erhöht, der Kupferpreis gegenüber 1/20 sogar verdoppelt. Die Inflationsrate in Deutschland wird 2021 bei 2,5% erwartet und in den Folgejahren unter 2% zurückgehen (USA 3,5% in 2021, danach 3%).

Die Geldpolitik wird noch lange auf dem Gaspedal bleiben. Die USA werden ein 2% Inflationsziel ansteuern und dabei ein „Unterschießen“ in den Folgejahren mit einer höheren Inflation ausgleichen. In Deutschland zeigt sich, dass der Anstieg der Geldmenge keinen direkten Einfluss auf die Inflationsrate hatte, wenngleich die Assetpreise deutlich angezogen haben.

Die fiskalische Dominanz der Geldpolitik wird noch lange dauern. Gezeigt wurden vier Möglichkeiten, eine hohe Staatsverschuldung abzubauen:
Durch Wachstumsraten, die über dem Nominalzins der Staatsverschuldung liegen, durch Senkung der Zinsen durch die Zentralbank bei niedrigem Wachstum, durch Aufkauf von Staatsschulden (japanische Methode, jedoch direkter Ankauf durch EZB verboten) und durch einen Schuldenschnitt (Griechenland 2012).

Entscheidend ist das Verhältnis von Wachstum zum Nominalzins, hier würde bei gegebenem Zins/Wachstumsraten Italien dauerhafte Probleme bei der Staatsverschuldung bekommen. Angesichts des hohen Anteils der von der Notenbank gehaltenen Staatsanleihen wurde diskutiert, ob die Schulden erlassen werden könnten und sich die Staaten verpflichten, das Geld ökologisch und sozial zu investieren.

Nach dem Vortrag stand Herr Dr. Meißner den Mitgliedern noch im Live-Chat zur Verfügung. Es folgte eine rege Diskussion mit vielen Fragen, die der Referent alle beantwortete.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Thomas Meißner für den tollen Vortrag und die detaillierten Einblicke.


Text: Peter Lehmann
Foto: Dr. Thomas Meißner

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