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#successstory: Dr. Stephan Meeder
25.05.2020

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Als Dr. Stephan Meeder 1991 für sein Studium nach Mannheim kam, wusste er, dass die Universität eine hervorragende BWL-Fakultät hat. Mannheim selber kannte er nicht. Aber er lernte die Stadt bald sehr zu schätzen: Innerhalb kürzester Zeit fühlte er sich in Mannheim zuhause und lebt hier bis heute mit seiner Familie.
Aus dem Homeoffice spricht Herr Dr. Meeder über seine Studienerfahrung und seine derzeitige Position als CFO der CropEnergies AG, Mannheim, einem Mitglied der Südzucker-Gruppe.

Wie geht es Ihnen im Homeoffice?

Soweit sehr gut! Auch wenn unser Unternehmen ebenfalls von der Corona-Pandemie betroffen ist, haben wir doch eine positive Schlussfolgerung aus der momentanen Lage ziehen können: Homeoffice funktioniert. Manch einer kann sogar effizienter arbeiten und wir bekommen durch digitale Konferenzen mehr Zeit für andere Projekte. Man muss z. B. nicht mehr nach Paris oder Brüssel fahren, um dort an einer Besprechung teilzunehmen. Diese Meetings finden nun als Video- oder Telefonkonferenzen statt. Das spart natürlich nicht nur Zeit, sondern tut auch der Umwelt gut.

Was haben Sie studiert?

Kurz bevor ich nach Mannheim kam, fing die Uni an, Studiengänge zu internationalisieren. Ich entschied mich für einen Diplom-Kaufmann in BWL mit sprach- und kulturwissenschaftlicher Qualifikation in Französisch. Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung. Mein Berufsstart nach dem Studium war bei ABB Structured Finance GmbH, Mannheim, im Rahmen eines Trainee-Programms. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich noch promovieren möchte, und ich hatte Glück: Sowohl das Unternehmen als auch der Lehrstuhl für ABWL und Logistik bei Herrn Prof. Dr. Gösta Ihde waren damit einverstanden. Es war viel Arbeit, aber auch hochinteressant! Das Thema meiner Doktorarbeit, "Public Private Partnership zur Finanzierung von Flughafenprojekten in Europa", war besonders für ABB interessant, da das Unternehmen zum damaligen Zeitpunkt in dieser Sparte ein neues Geschäftsfeld aufbaute. Auch die Doktorarbeit habe ich erfolgreich abgeschlossen und erhielt den Stiftungspreis der Deutschen Verkehrs-Bank AG.

Wie ging es für Sie nach Ihrem Abschluss an der Universität Mannheim weiter?

Meine nächste berufliche Station war bei KPMG Deutsche Treuhand Gesellschaft, Stuttgart, in der Abteilung Corporate Finance als Senior Executive. Dort führte ich Unternehmensbewertungen und Financial Due Diligence-Prüfungen durch und beriet Unternehmen in Fragen der Unternehmensfinanzierung. Von 2001 bis 2006 war ich bei der Robert Bosch GmbH, Gerlingen, im Konzernrechnungswesen und Mergers & Acquisitions tätig. Im Jahr 2006 entschied ich mich, meinen beruflichen Standort nach Mannheim zu verlagern, da meine Familie immer größer wurde. Seit dem Beginn meines Studiums lebe ich mit meiner Familie in Mannheim und habe mich sehr über meinen Wechsel zur Südzucker AG gefreut. Bis heute bin ich bei der Südzucker Gruppe tätig.

Was machen Sie aktuell?

Nach verschiedenen Positionen in der Südzucker-Gruppe bin ich seit 2015 Finanzvorstand der CropEnergies AG. Sie wurde 2006 in Mannheim gegründet und ist der führende europäische Hersteller für nachhaltig erzeugtes, erneuerbares Ethanol. Wir stellen nachhaltige Produkte aus nachwachsender Biomasse her. 2006 ging unsere erste Anlage in Betrieb, heute produzieren wir an vier Standorten in Europa Ethanol sowie zahlreiche Lebens- und Futtermittel hauptsächlich aus Futtergetreide.
Mit der Nutzung von Ethanol als Kraftstoff können wir den CO2-Ausstoß über die gesamte Wertschöpfungskette um durchschnittlich über 70 Prozent im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen reduzieren. Wenn jemand Super Benzin oder Super E10 an der Tankstelle tankt, sind dort fünf bzw. zehn Prozent Ethanol enthalten. Fast alle Benziner können E10 tanken und sollten dies auch – für die Umwelt! Im Übrigen kann man hier ganz leicht herausfinden, ob das eigene Auto Super E10 tanken kann.

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft gewinnen wir aus der Biomasse hochwertige, eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel sowie biogenes Kohlendioxid, das unter anderem in der Getränkeherstellung genutzt wird. Mit diesem Konzept haben wir Erfolg: Im Geschäftsjahr 2019/20 haben wir einen Rekordumsatz von 899 Millionen Euro erzielt, und unser operatives Ergebnis ist mit 104 Millionen Euro ebenfalls das höchste in der Unternehmensgeschichte. Der Start ins neue Geschäftsjahr ist aufgrund der Corona-Pandemie jedoch schwierig. Die Mineralölnachfrage ist stark zurückgegangen. Hier helfen uns die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten unserer Produkte. Denn aktuell stellen wir vermehrt technischen Alkohol für Desinfektionszwecke her und können damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Virus leisten.

Was ist Ihr Erfolgskonzept?

Ich denke es gibt nicht das eine Erfolgskonzept, da es immer auch situationsabhängig ist. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, anderen zuzuhören und mich in sie hineinzuversetzen. Eine klare Kommunikation ist wichtig, besonders als Führungskraft sollte man seine Entscheidungen erklären. Und man muss hinter dem stehen, was man tut.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Unser jetziger CEO, Joachim Lutz, - übrigens auch ein ABSOLVENTUM Mitglied - geht dieses Jahr in den Ruhestand. Ich freue mich sehr, dass ich die CEO-Position zusätzlich zu meinen Aufgaben als CFO übernehmen werde. Aktuell sind wir in einem Strategieprozess. Nach einem sehr erfolgreichen letzten Geschäftsjahr überlegen wir uns, mit welchen Produkten und auf welchen Märkten wir in zehn bis 15 Jahren erfolgreich sein möchten. Zudem erleben wir momentan in vielen Bereichen technologische Umbrüche. Diese Entwicklungen zu beobachten und umzusetzen ist sehr spannend.

Welche Beziehung haben Sie heute zu ABSOLVENTUM und der Uni Mannheim?

Seit 1995 bin ich bei ABSOLVENTUM Mitglied und gehöre somit wahrscheinlich mit zu den ersten Vereinsmitgliedern. Es ist toll, nach seinem Abschluss auf diesem Weg immer noch mit der Uni verbunden zu sein und zu hören, welche Fortschritte gemacht werden. ABSOLVENTUM bietet zudem die Möglichkeit, mit anderen Mannheimer Alumni in Austausch zu treten und sich zu vernetzen. In der Geschäftswelt stößt man immer mal wieder auf Ehemalige der Uni Mannheim.
Ich erinnere mich gerne an Herrn Prof. Hans Raffée, der auf seine Art und Weise fasziniert und begeistert hat. Auch wenn Marketing noch nicht der Schwerpunkt meines Studiums war, habe ich mich gerne freiwillig in seine Vorlesungen gesetzt. Es ist auch schön zu sehen, dass Herr Bjelicic, und Herr Queva, die ich noch aus dem Studium kenne, bei ABSOLVENTUM im Vorstand aktiv sind.

Welchen Rat haben Sie für aktuelle Studierende der Uni Mannheim?

Ich kann den BWL-Studierenden nur empfehlen, neben dem Studium auch nach links und rechts zu schauen und das breit gefächerte Angebot der Uni, z. B. das Studium Generale, wahrzunehmen oder sich in einer der Hochschulgruppen zu engagieren. Nutzt die Chance, euch weiterzubilden und andere Disziplinen kennen zu lernen!

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Meeder für die spannenden Einblicke!

Text: Selina Mann
Foto: privat von Herrn Dr. Meeder

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