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Buchvorstellung: „Winther“
22.10.2019

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Mannheim als Schauplatz eines grauenvollen Verbrechens? In dem Debütroman „Winther“ unseres Mitglieds und ehemaligen Mannheimer BWL-Studenten Thorsten Reiter wird dies zur Realität. Der Autor, der bisher mehrere Sachbücher und Fachartikel zu den Themen Innovation, Startups und Strategisches Management verfasste, veröffentlichte dieses Jahr einen Mystery-Thriller. Wir haben Herr Reiter zu seinem neuen Roman befragt und die Frage gestellt, warum er gerade die Uni Mannheim als Handlungsort gewählt hat.

Welche Themen behandelt Ihr neues Buch?

Im Buch geht es neben der Handlung, die sich um den Mord an einer Studentin dreht, auch um einen Konflikt zwischen den zwei Perspektiven auf „Gut“ und „Böse“. Sind jene, die die Weltordnung erhalten wollen, die Helden, wie wir dies aus unzähligen Hollywood-Produktionen gelernt haben? Und sind jene, die den Status-quo herausfordern, Terroristen? Oder ist es nicht vielleicht andersherum? Und wer hat dies zu entscheiden? Das Thema hat gerade in Zeiten von Klimakatastrophen und klaffenden Scheren zwischen Arm und Reich hohe Brisanz. Aber auch sehr menschliche Themen wie Freundschaft und Vertrauen werden in diesem Buch hinterfragt.

Warum spielt die Handlung in Mannheim bzw. an der Uni Mannheim

Der Hauptgrund ist, dass mir die Idee zum Roman noch während meiner Studienzeit genau in der Bibliothek kam, in der das erste Kapitel des Buches startet. Die Universitätsbibliothek mit Blick auf den Ehrenhof kann kurz vor Mitternacht recht verlassen wirken und gibt einem Studenten wie mir damals viel kreativen Stoff, während man eigentlich Rechnungslegung büffeln sollte. Darüber hinaus ist die Universität Mannheim und ihr betriebswirtschaftliches Studium in ganz Deutschland für Exzellenz bekannt. Das zieht teilweise spannende Charaktere an, die sich unter dem manchmal beträchtlichen Konkurrenzdruck für Außenstehende fast unwirklich verhalten. Ich habe einige dieser Charaktere sowie ihre Taten als Basis verwendet und das ganze dramatisch weitergezeichnet. So wurden aus dem einen oder anderen neidischen Kommentar ein brutaler Mord unter Kommilitonen und aus den Recruiting-Aktivitäten der Firmen auf dem Campus ein globaler Kampf um die besten Mitstreiter, der bereits seit Jahrhunderten wütet. Kurz gesagt: Die Uni Mannheim, das barocke Schloss und auch die Stadt mit ihrer Verbindung zwischen Gegenwart und kurfürstlicher Vergangenheit waren ideal für einen genreüberspannenden Mystery-Krimi.

Was hat Sie dazu bewogen einen Roman, nachdem Sie bereits Sachbücher veröffentlicht haben, zu schreiben?

Mir hat die strukturierte Arbeitsweise an Sachbüchern enorm geholfen, die tägliche Schreibarbeit zur Routine werden zu lassen. Der einzige Nachteil bei Sachbüchern und Fachpublikationen ist jedoch, dass der Autor thematisch sehr eingeschränkt ist und auch die Art, Konzepte und Themen für die Leserschaft auszudrücken, ist klaren Regeln unterworfen. Nachdem ich das mehr als fünf Jahre lang gemacht hatte, wollte ich mich von solchen Zwängen befreien und meiner Kreativität einfach mal freien Lauf lassen - das war ein spannender und höchst dankbarer Prozess. Außerdem habe ich mit kreativem Schreiben bereits vor mehr als 15 Jahren begonnen und musste erst mit der Zeit den disziplinierten Teil dazulernen. Nachdem ich nun vier Jahre lang in der Wissenschaft gearbeitet habe, wollte ich den kreativen Teil wieder hervorholen und ausbauen. Aus meiner Sicht benötigt gutes Schreiben nämlich immer beide Komponenten in unterschiedlicher Dosis: Kreativität und Disziplin.

Was verbinden Sie mit Ihrer Unizeit bzw. mit Mannheim?

Mannheim ist meine Heimat. Auch wenn ich nun bald sechs Jahre nicht mehr in Mannheim lebe, so habe ich hier meine Kindheit, Schulzeit und große Teile meines Studiums verbracht. Ich fand immer, dass Mannheim mit seinem großen Facettenreichtum noch unausgeschöpftes erzählerisches Potenzial hat. Die Industrieromantik in den Häfen, die moorartigen Auen von Alt-Rhein und Neckar sowie das herrschaftlich anmutende Erbe des Kurfürsten gepaart mit dem zukünftigen Führungsanspruch, den das wirtschaftliche Studium ausstrahlt. Schon als Kind habe ich die tatsächlichen Gegebenheiten, die ich in dieser wunderbaren Stadt vorgefunden habe, in meinem Kopf kreativ erweitert und so schlägt sich das auch in „Winther“ nieder: Auf dem Dach des Schlosses erstreckt sich in der Romanversion ein gigantischer Glasbau, der zu den Sternen strebt, der Jungbusch ist eine Pforte in eine unwirklich bizarre Realität und in den Weinbergen versteckt sich der neue und alte Geldadel, der sich auf den Mannheimer Pferderennbahnen amüsiert. Ich hatte einfach unfassbar großen Spaß, diese alternative Geschichte Mannheims zu erzählen und ich hoffe, es macht den Lesern ebenso viel Spaß, sie zu lesen.

Zum Inhalt:

Florian Winther ist ein junger Jurastudent, der gerade von Hamburg an die Universität Mannheim gewechselt ist. Obwohl er hier eigentlich in aller Ruhe sein ungeliebtes Studium zu Ende bringen wollte, wird er unfreiwillig in die Ermittlungen rund um die Ermordung einer Kommilitonin gezogen. Der Mann, der dafür verantwortlich ist, heißt Constantin Rasielle und dieser möchte Winther, nach eigenen Angaben, hinter die Kulissen jener Aufführung blicken lassen, die dieser bisher als Realität wahrgenommen hatte. Rasielle, der in mysteriöser Weise mit Winthers Vergangenheit in Verbindung steht, stellt den jungen Studenten für seine Dienste ein. Im Zuge der Ermittlungen lernt Winther groteske Figuren und unwirkliche Orte kennen, wobei es ihm immer schwerer fällt, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Bedroht von einer finsteren Gestalt, die scheinbar daran arbeitet, die Ermittlungen von Rasielle und Winther zu sabotieren, jagen die beiden von einer aufreibenden Szene zur nächsten. Doch als wäre dies noch nicht genug, entfacht sich um Winther und Rasielle ein jahrhundertealter Kampf, dessen Fronten für Winther ebenso undurchschaubar sind, wie die Rolle, die sein neuer Freund und Mentor in dem absurden Spektakel spielen mag.

Neugierig geworden? Hier können Sie mehr über das Buch und den Autor erfahren.


Text: Selina Mann
Foto: Thorsten Reither/Amazon

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