Ein Wiedersehen im Schloss mit ... Bernd Betz

Bernd Beetz studierte von 1969 bis 1974 Betriebswirtschaftlehre mit den Schwerpunkten Marketing und Personalmanagement an der Universität Mannheim. Nach Stationen bei den Unternehmen Procter & Gamble sowie Louis Vuitton Moët Hennessy leitet er heute den US-Konzern Coty.

FORUM: Welche berufliche Position haben Sie momentan inne? Was waren die wichtigsten Meilensteine Ihrer beruflichen Karriere?
Betz:
Nach meinem BWL-Studium an der Universität Mannheim habe ich bei dem US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) angefangen zu arbeiten, was nach kurzer Zeit auch den Einstieg in den Kosmetikmarkt bedeutete. Für P&G habe ich in verschiedenen Ländern die dortigen Ländergesellschaften geleitet, wie z. B. in der Türkei, in Deutschland, in Italien oder der Schweiz. Nach mehr als 20 Jahren bei P&G nahm ich 1998 eine neue Herausforderung an, die mir der französische Luxusmarkenkonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) offerierte. 2001 folgte das Angebot von Coty, dem Konzern als Vorstandsvorsitzenden zu weiterem Wachstum zu verhelfen. Seither führe ich das Unternehmen und bin stolz, dass wir Coty zu einem auf internationalem Level bedeutenden Konzern entwickelt haben.
FORUM: Inwiefern konnten Sie innerhalb ihres beruflichen Werdegangs auf Netzwerke zurückgreifen?
Betz:
Das Knüpfen von Kontakten und das Schaffen von Netzwerken ist enorm wichtig, privat wie beruflich. Natürlich muss man in den Aufbau und die Pflege von Kontakten sehr viel Zeit investieren, aber glauben Sie mir, man kann letztendlich nur davon profitieren. Innerhalb meines gesamten beruflichen Werdegangs konnte ich ständig neue Kontakte gewinnen. Interessanterweise haben sich später gerade diese Kontakte als besonders wertvoll gezeigt, denen ich anfangs keine so große Bedeutung beigemessen hätte. Betreiben Sie aktiv Networking, denn besonders im Job kann das sehr hilfreich sein! Zum einen gewinnt man an Perspektiven und man hat zum anderen immer jemanden zur Hand, der wieder jemanden kennt, der Ihnen in den verschiedensten Situationen weiterhilft.
FORUM: Welches Ereignis Ihrer Studienzeit ist Ihnen in besonders guter Erinnerung geblieben?
Betz:
Da gibt es tatsächlich nicht nur ein Ereignis. Das Studium am Lehrstuhl Raffée ist mir im Ganzen in guter Erinnerung geblieben - die Seminare und Veranstaltungen ebenso wie die anregenden Diskussionen.
FORUM: Was würden Sie heutigen Studierenden Ihrer Fachrichtung raten, um beruflichen Erfolg zu haben?
Betz:
Never forget where you come from! Sie haben alle eine gute Schule gehabt, das wird sich immer bezahlt machen. Wichtig für Ihre berufliche Laufbahn ist gleichermaßen die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Bewahren Sie sich die Offenheit für externe Einflüsse und die Bereitschaft, den eigenen Horizont jeden Tag zu erweitern. Von anderen zu lernen ist eine Chance, um die man immer bemüht sein sollte. Kennen Sie den Satz „Stillstand ist Rückschritt"? Das unterschreibe ich! So gesehen funktioniert die Unternehmensvision bei Coty auch als Lebensmotto: Faster. Further. Freer.
FORUM: Welche Bedeutung hatte Ihre Studienzeit an der Universität Mannheim für Sie aus heutiger Sicht?
Betz: Die Zeit meines Studiums hat mich sehr geprägt. Allem vorangestellt, dass die Uni Mannheim ihren heutigen Ruf als Spitzenuniversität für BWL verdient. An dieser Universität erhalten Sie eine sehr gute Ausbildung. Es ist aber nicht nur das Fachliche, was man aus der Studienzeit mitnimmt. Menschlich prägend sind auch die Professoren und Kommilitonen. Für mich persönlich hat die Uni Mannheim rückblickend in beiderlei Hinsicht den besten Grundstein für meinen Werdegang gelegt hat.
FORUM: Was schätzen Sie besonders an Ihrer Mitgliedschaft bei ABSOLVENTUM MANNHEIM?
Betz:
Es ist schön, durch diese Einrichtung den Kontakt halten zu können. Hier kommt es nicht darauf an, wie weit man geographisch gesehen von Mannheim entfernt ist. Man hat durch ABSOLVENTUM immer die Möglichkeit, auf dem Laufenden zu bleiben. Für mich zählt es zu den persönlichen Netzwerken und die sind bekanntermaßen die wichtigsten.
FORUM: Was würden Sie gerne an ABSOLVENTUM MANNHEIM verbessert sehen?
Betz:
Ich finde ABSOLVENTUM ist außerordentlich gut organisiert und bietet seinen Mitgliedern sehr viel. Allein an der Zahl der Mitglieder und der Vielzahl gebotener Möglichkeiten sieht man, wie gut sich dieses Netzwerk etabliert hat. Insgesamt hoffe ich und wünsche mir, dass ABSOLVENTUM mit den nächsten Jahrgängen weiter wächst. Jedes neue Mitglied ist eine Bereicherung!

Interview: Felix Kretz | Foto: Coty Inc. | September 2009